Rückblick: familylab-Kongress 2026
Ein Wochenende voller Begegnung, Inspiration und Herzlichkeit
Am 16. und 17. Mai 2026 verwandelte sich die Stadthalle Haßfurt in einen Ort der Begegnung, des Lernens und der Wertschätzung. Rund 250 Besucher*innen aus ganz Deutschland kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern, zu reflektieren und sich inspirieren zu lassen.
Der familylab-Kongress 2026 war kein gewöhnlicher Fachkongress. Er war ein Fest um die Arbeit aus zwei Jahrzehnten familylab zu feiern und sich an Jesper Juul und Mathias Voelchert zu erinnern. Eine Feier zum Dank an all jene, die sich tagtäglich für eine gleichwürdige, beziehungsorientierte Kultur einsetzen. Das Motto des Kongresses “Beziehungen gestalten. Gleichwürdigkeit leben“ war nicht nur Programm, sondern diese Haltung war an diesem Wochenende deutlich spürbar.
Samstag: Ein Einstieg der bewegt
Den Tag eröffnete Dr. Herbert Renz-Polster den Kongress mit einem Vortrag, der lange nachhallt. Unter dem Titel „Erziehung prägt Gesinnung“
stellte der renommierte Kinderarzt, Bestsellerautor und Wissenschaftler die Verbindung zwischen früher Kindheitserfahrung und politischer Haltung in den Mittelpunkt: Wie entstehen Autoritarismus, Misstrauen, Ressentiments und wie Offenheit, Vertrauen und Mitgefühl? Ein hochaktuelles, politisch aufgeladenes Thema, das Renz-Polster mit seiner ganz besonderen Art und seinem Humor vorstellte. Was den Vortrag noch besonderer machte: Es war sein letzter öffentlicher Auftritt auf einer Bühne dieser Art. Das Publikum spürte die Bedeutung dieses Moments, die Stadthalle war still und gleichzeitig zutiefst lebendig. Am Ende gab es Standing Ovations für Dr. Herbert Renz-Polster.
Nach der Mittagspause betrat Dr. Nicole Wilhelm die Bühne und brachte Freude mit. Wörtlich. Ihr Vortrag „Mehr Freude“ war ein Geschenk an alle Eltern. Die Molekularbiologin und Neurowissenschaftlerin, die seit vielen Jahren als Referentin im familylab Team aktiv ist, versteht es wie kaum eine andere, komplexe Zusammenhänge in echte, berührende und oft auch lustige Bilder zu verwandeln. Es gab viele Lacher und ebenso viele Momente des stillen Erkennens.
Zum Abschluss des ersten Kongresstages folgte eine besondere Filmvorführung: „Liebe, Wut und Geschwisterbande – Warum so viel Streit?“ – der dritte Teil der Dokumentarfilmreihe Good Enough Parents. Auf der großen Leinwand der Stadthalle erlebte das Publikum einen ehrlichen, warmherzigen Blick auf das Familienleben mit mehreren Kindern. Mit vor Ort war Anton Schewe, der von Beginn an, das „Good Enough Parents“-Projekt mit aufgebaut hat.
Sonntag: Ein berührender Abschluss
Der zweite Kongresstag begann mit einem künstlerischem Moment: Die Schauspielerin Nina Sommer eröffnete mit einem
Anspiel aus dem Theaterstück „Mama Monologe“ zum Thema Mental Load. Ehrlich, berührend und komödiantisch zu gleich.
Danach nahm Dr. Désirée Bender das Publikum mit auf eine Reise zu den Grundlagen: In ihrem Vortrag „(Re)Connect(ion): Wie die Werte von Jesper Juul zu echter Verbindung führen“ würdigte die Sozialpädagogin und Schulgründerin das Erbe Jesper Juuls und fragte: Was bedeuten Gleichwürdigkeit, Authentizität, Integrität und Verantwortung konkret im Alltag? Wie werden diese Werte zu einer inneren Haltung, die nicht nur Kinder, sondern alle Menschen in ihrer Würde sieht? Ein Vortrag, der nachdenklich machte und gleichzeitig Orientierung schenkte.
Ein Highlight des Kongresses kam zum Schluss: Nora Imlau, vielfach ausgezeichnete Journalistin, Fachautorin und eine der bekanntesten Stimmen für
bedürfnisorientierte Familienkultur in Deutschland, betrat nach ihrer Babypause wieder die Bühne. Ihr Vortrag „Warum arbeitet mein Gehirn anders als deins? Neurodiversität verstehen“ war das, wofür Nora Imlau geliebt wird: klar, einfühlsam, ohne Scheu vor Komplexität und mit echter Wärme für die Menschen, von denen sie spricht. Man hätte ihr stundenlang zuhören können.
Ein Fest des Miteinanders und ein lebendiger Marktplatz der Ideen
Nicht nur die Bühne machte diesen Kongress zu dem, was er war. Im Foyer und Saal der Stadthalle präsentierten sich Aussteller*innen, die eng mit familylab Deutschland zusammenarbeiten: Fenkid, Good Enough Parents, Frederik & Fria, Annette Sperling Großelternberatung, F.L.A.U.S.E. – Die freie Schule Hochheim und Kindern wachsen Flügel. Es wurde gestöbert, gefragt, entdeckt und vernetzt. Der abschließende Networking-Ausklang bot Raum für Gespräche, die manchmal zu neuen Ideen, manchmal zu neuen Freundschaften führten.
Der familylab-Kongress 2026 war ein grandioser Auftakt in das nächste Jahrzehnt. Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Jesper Juul und bei Mathias Voelchert für ihre Visionen und den Aufbau von famillyab und bei all den Menschen, die familylab über 20 Jahre zu dem gemacht haben, was es heute ist.
Wir sagen danke: an alle Referent*innen, an die Schauspielerin Nina Sommer, an die Aussteller*innen, an das ganze Helferteam und von ganzem Herzen an alle 250 Menschen, die mit ihrer Anwesenheit dieses Wochenende zu dem gemacht haben, was es war.
Bis zum nächsten Mal.
Herzlichst,
Eure Heidy mit dem gesamten familylab-Team