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Jesper Juul in der NDR -Talk Show
sehen Sie die beiden Videos hier:Video zur Sendung_Teil_1
Video zur Sendung_Teil_2

familylab Grundlagen

Hier finden Sie eine Sammlung von Artikeln, Links, Zitaten, Semesterarbeiten, die es ermöglichen die Arbeit von familylab und Jesper Juul in einen Kontext zu bringen und mit bisherigen Denkrichtungen, Erfahrungen sowie wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungen zu verbinden.


Werte sind wichtiger als Glücksgefühle. Werte stehen für sich selbst und sind nicht Mittel zum Zweck. Werden Menschen nach Momenten befragt, die Bedeutung in ihrem Leben für sie hatten, dann sagen fast alle, dass diese bedeutsamen Momente immer mit anderen Menschen zu tun hatten. Menschen sehnen sich danach verbunden zu sein, zu wachsen und gute Beziehungen zu haben. Unsere Werte sagen etwas über die Qualität des Lebens das wir uns ersehen. Sollten wir unser Leben in einem Satz zusammenfassen, wollen wir nicht hören: „Macht und Geld war ihm/ihr das Wichtigste“. Sondern: … (das entscheiden Sie). – Was jeder Mensch braucht ist das Gefühl, dass das eigene Leben etwas bedeutet für sich und andere. Zusammenstellung Mathias Voelchert


Wissenschaftliche und andere Grundlagen zu den Praxiserfahrungen von Jesper Juul und familylab

1) Beziehungskompetenz: Können Respekt, Authentizität und Verantwortung Beziehungsqualität voraussagen? Zusammenfassung der Studie von Ueli Niederberger, durchgeführt im Frühling 2013 in Giswil, mit der Unterstützung der Universität von Kristianstad, Schweden.
Positive nahe Beziehungen werden als einer der wichtigsten Schutzfaktoren in der Entwicklung des Menschen angesehen. Wer positive nahe Beziehungen erleben darf, leidet in kleinerem Ausmass an psychischen Krankheiten, physischen Krankheiten und lebt länger. Ausserdem sind gute nahe Beziehungen mit höherem Wohlbefinden etc. verbunden. In der Schulforschung wurde auch immer wieder gezeigt, dass eine positive Beziehung zwischen Schülerinnen und Schülern und deren Lehrpersonen von entscheidender Bedeutung ist.

In Partnerschaften, Familien und Schulen stellt sich deshalb die Frage, ob es Kompetenzen gibt, die der Entwicklung und Aufrechterhaltung positiver naher Beziehungen förderlich sind. Der dänische Familientherapeut und Schriftsteller Jesper Juul meint, dass es solche Kompetenzen gibt und beschreibt Beziehungskompetenz als eine lose Ansammlung von beziehungsrelevanten Werten und Einstellungen. Er meint, dass es nicht in erster Linie Fähigkeiten oder Eigenschaften sind, die positiven nahen Beziehungen zugrunde liegen, sondern Einstellungen und Werte sich selbst und anderen gegenüber. Unter anderem identifiziert er Respekt für das Gegenüber, Authentizität und Verantwortungsbewusstsein für die Beziehung als Bestandteile von Beziehungskompetenz.

Respekt für das Gegenüber bedeutet, dass man sich für die Gefühle, Gedanken und Absichten des Gegenübers interessiert, sie ernst nimmt und in sein Leben einfliessen lässt (anstatt sie zu ignorieren, abzuwerten oder für nichtig zu erklären). Authentizität wird definiert als die Bereitschaft, sein eigenes Innenleben (Gefühle, Gedanken, Absichten...) aufrichtig und authentisch dem Gegenüber zu offenbaren, anstatt sich hinter sozialen Rollen, Floskeln oder Rationalisierungen zu verbergen.

Verantwortungsbewusstsein für die Beziehung beinhaltet zwei Aspekte: zum einen das Bewusstsein, dass das eigene Verhalten genauso entscheidend ist für die Qualität der Beziehung wie das Verhalten des Gegenübers (das heisst, dass man bei Problemen davon absieht, das Gegenüber alleinig verantwortlich zu machen) und zum anderen die Bereitschaft, bei Problemen aktive Schritte zu unternehmen, um die Beziehung wieder zu reparieren (anstatt zu schmollen und darauf zu warten, dass das Gegenüber den ersten Schritt macht).

deutsche Zusammenfassung der Examensarbeit_mehr dazu in diesem PDF

englische Examensarbeit an der Universität von Kristianstad, Schweden_PDF




2) Prof. Dr. Daniel N. Stern, mit seinen Arbeiten zur Kleinkindforschung, eine der Grundlagen für das Buch »Dein kompetentes Kind«.
Dr. Stern is currently Professeur Honoraire in the Faculté de Psychologie, Université de Genève, Switzerland; Adjunct Professor in the Department of Psychiatry, Cornell University Medical School - New York Hospital; and Lecturer at the Columbia University Center for Psychoanalysis.

For more than thirty years he has worked at the interface between research and practice; between developmental psychology and psychodynamic psychotherapy; between infant observation/experimentation and the clinical reconstruction of early experience; between the interpersonal and intrapsychic perspectives. This work has served a bridging and integrating function in furthering our understanding of clinical theory, practice, and development.

Dr. Stern is the author of six books, most of which have been translated into more than ten languages: The First Relationship: infant and mother, (Harvard University Press, 1977); The Interpersonal World of the Infant: A view from psychoanalysis and developmental psychology, (Basic Books, 1985); The Journal of a Baby, (Basic Books, 1990); The Motherhood Constellation: a unifying view of parent-infant psychotherapies. (Basic Books, 1995); The Birth of a Mother, (written with Nadia Bruschweiler-Stern, Basic Books, 1997.) and The Present Moment in Psychotherapy and Everyday Life, (2003), W.W. Norton and Odile Jacob. He is the author of several hundred journal articles and chapters.
Link: http://www.changeprocess.org/members.html


3) der systemische Therapeut Peter Lang Ph.D. (einer der Direktoren des KCC International in London) weist auf den Zusammenhang hin der in Familien, allen Systemen besteht und schließt daraus, dass eine Fokussierung auf diejenigen die die Symptome tragen unfruchtbar ist. Zitat: Aus der DVD »Invitations and integrity«: »Wege finden um Kinder und Eltern zu verbinden. Schulen sind Plätze für Respekt, in denen Menschen wachsen, wenn sie sich miteinander beschäftigen. Sprache wächst aus einer respektvollen Haltung heraus. Wir haben herausgefunden, wenn die qualitativ hochwertige Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen, erhöht wird, sinkt der Anteil an Gewalt dramatisch.« Peter Lang
Peter Lang is a leading teacher and consultant with the Kensington Consulting Centre, London. His work spans the European continent, with a special emphasis on constructionist and systemic orientations to organizational change.
Peter Lang co-authored with Elspeth McAdam the book: Appreciative Work in Schools.
Links:
http://www.familylab.de/files/Artikel_PDFs/allgemeine/Paedagogik_raus_aus_Sackgasse.pdf



4) Der Psychologe und Psychoanalytiker Dr. Peter Fonagy hat mit seinen Arbeiten zur Bindungstheorie dazu beigetragen den Fokus auf die Familie ls ganzes zu richten und nicht auf die "Symptomträger", was u.a. zur Entstehung der heute bekannten Familientherapie geführt hat.
Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fonagy
http://www.psychotherapy.org.uk/c2/uploads/peter%20fonagy.pdf


5) Prof. Dr. Paul Watzlawick hat zusammen mit seinen Kollegen von der Palo-Alto-Gruppe (Virginia Satir/Familientherapie, John H. Weakland/Kurztherapien, u.a.) mit seiner Arbeit zur Kommunikationstheorie u.a. die Erkenntnis begründet, dass die Beziehungsebene die Inhaltsebene dominiert. Dass die Qualität der Beziehungen zwischen Menschen die Art des Zusammenlebens wesentlich beeinflusst.
Links:
http://dic.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1072643




6) Der Hirnforscher Prof. DDr. Gerald Hüther schreibt über Jesper Juul's Buch »Was Familien trägt« – Werte in Erziehung und Partnerschaft: "Wenn es Eltern gelingt, auch nur die Hälfte dessen umzusetzen, was Jesper Juul hier aufgeschrieben hat, so wird das nicht nur ihr eigenes Glück und das ihrer Kinder, sondern auch das Ausmaß der Vernetzung von Nervenzellen in ihren Gehirnen mindestens verdoppeln. Garantiert!"
Prof. Hüther u. a. Hirnforscher wie Prof. Dr. Joachim Bauer (Erziehung als Spiegelung: Die pädagogische Beziehung aus dem Blickwinkel der Hirnforschung), bestätigen mit ihren neurologischen Erkenntnissen die Praxiserfahrungen die Jesper Juul, seine Kollegen und Mitarbeiter am Kempler Institut gemacht haben: Die Qualität der Beziehung der Erwachsenen zu den ihnen anvertrauten Kindern entscheidet über das Gelingen der gegenseitigen Beziehungen.
Links:
http://www.gerald-huether.de/
http://www.youtube.com/watch?v=-ImEKOVfZbA&feature=related


7) Prof. Dr. Remo Largo leitete 30 Jahre die Abteilung »Wachstum und Entwicklung« an der Universitäts-Kinderklinik Zürich und Präsident der Ethischen Kommission der Universitäts-Kinderklinik Zürich. Er und sein Team haben u. a. mit den bekannten Longitudinalstudien über Jahrzehnte nachweisen können, dass die Erhaltung und Stärkung z.B. des Selbstwertgefühls entscheidend ist für das gesunde Wachstum eines Kindes. (Zitat aus Schülerjahre S. 160 "Wann ist eine Schule kindgerecht? – An erster Stelle steht für mich das Selbstwertgefühl")

Zitate aus einem Vortrag von Prof. Dr. Remo Largo: "Normale" Entwicklungskrisen bei Kindern. Quelle. SWR. »Wenn wir von einer Krise sprechen, verbinden wir damit die Annahme, dass es sich um etwas handelt, das sich unter günstigen Umständen vermeiden lässt. Diese Annahme ist in Bezug auf die kindliche Entwicklung falsch: Der Weg eines Kindes ist gepflastert mit Krisen. Krisen gehören zur normalen Entwicklung. Selbst die kompetentesten Eltern und Erzieher können sie nie ganz vermeiden.« Remo Largo beschreibt "normale" Krisen in der Entwicklung von Kindern und erläutert wie Eltern und Umfeld damit umgehen können.

Zitate aus einem Vortrag von Dr. Remo Largo: »Ziele einer kindgerechten Schule«:

• Das Kind entwickelt ein gutes Selbstwertgefühl
• Es kann seine Stärken entwickeln
• Es lernt mit seinen Schwächen umzugehen und sie zu akzeptieren
• Es kann seine eigenen Lernstrategien entwickeln
• Es verfügt über ein gutes Grundwissen und gute Grundfertigkeiten
Link
http://download.familylab.de/video/Remo_Largo_Kinder_wahrnehmen.html


8) Berit Bae ist Professorin am »Oslo University College« und hat auf dem Gebiet der frühkindlichen Erziehung für über 30 Jahre geforscht und gelehrt. In ihren Veröffentlichungen z.B. "Erkenntnis und Anerkenntnis" bestätigt und beschreibt sie z.B. die Auswirkungen von guter Beziehungskompetenz.
(Bae, Berit (1988). Voksnes definitionsmagt og børns selvoplevelse. Tidsskriftet Social Kritik, 1996, 47, S. 6-21. + Bae, Berit (2004). Dialoger mellom førskolelærer og barn – en beskrivende og fortolkendestudie. Dissertation. Universität Oslo + Bae, Berit & Waastad, J.E. (Hrsg.)(1997). Erkjennelse og anerkjennelse – perspektiv på relasjoner. Oslo: Universitetsforlaget)
Link
http://www.uis.no/getfile.php/Fleks/Berit%20Bae.pdf


9) Die Psychologin an der Universität Oslo Dr. Anne-Lise Løvlie Schibbye weist in ihren Arbeiten und Berichten auf Wichtigkeit der Beziehung hin und was Beziehungen stärkt und schwächt: Veröffentlichung hierzu "Relations" (2005)
(Schibbye, Anne-Lise Løvlie (1982). The Self. Yours, Mine or ours? Oslo: Universitetsforlaget. + Schibbye, Anne-Lise Løvlie (1997). Fra begrensning til avgrensning: synspunkter på grensesetting Og barns utvikling af selvrefleksjon. In J.C. Jacobsen (Hrsg.), Refleksive læreprocesser. Kopenhagen: Politisk Revy. + Schibbye, Anne-Lise Løvlie (2005). Relationer. Kopenhagen: Akademisk Forlag.)
Links
http://www.aschehougagency.no/Books/Non-fiction/Mind-Body/Schibbye-Anne-Lise-Loevlie-Relations-a-Dialectic-Theory

http://www.leksikon.org/art.php?n=5161


10) Margaretha Berg Brodén, die Schwedische Psychologin beschreibt es in Ihrer Veröffentlichung "Mother and child in no man's land" in einem Satz: Vielleicht haben wir uns geirrt: und Kinder sind wirklich kompetent. Jesper Juul: „Brodén's insight arises from the scientific context of her work and from her special interest in the early interaction between infants and their parents. Because I am a practitioner and not a research worker, and because my area of experience is the interaction between children and adults in the broadest terms, I have a slightly different perspective on her observation. – In my view, we have made a decisive mistake by assuming that children are not real people from birth. Both in the scientific and popular literature, we tend to regard children as potential rather than actual beings, as anti-social "semi-beings." As a result, we assume, first, that they need to be subjected to massive influence and manipulation from adults and second, that they have to reach a particular age before they can be regarded as equals and real people.“
http://www.familylab.de/files/Artikel_PDFs/familylab-Artikel/Your_competent_child_Intro.pdf

(M.B.B. "Mor og barn i Ingenmandsland"/"Mother and child in no man's land", Copenhagen 1992 + Broden,Margareta (1991). Mor og barn i ingenmandsland. Intervention i spædbarnsperioden. Kopenhagen: Hans Reitzels Forlag.)


11) Dion Sommer ist Professor am Psykologisk Institut in Aarhus und Dr. Emmy E. Werner (Entwicklungspsychologin an der Uni Nebraska und emeritierte Professorin im Department of Human and Community Development) beschreiben in ihrer Resilienzforschung was Kinder brauchen um gesund wachsen zu können: Feste, verlässliche Beziehungen (Emmy E. Werner & Ruth S. Smith Journeys from Childhood to Midlife – Risk, Resilience, and Recovery)

Sommer, Dion (1996). Barndommens psykologi. Kopenhagen: Hans Reitzels Forlag. Sommer, Dion (2002). Værdier i videnssamfundet? Forældres uddannelse, opdragelsessyn, sanktioner og børns temperament. In Mads Hermansen & Arne Poulsen (Hrsg.), Samfundets børn. Kopenhagen: Klim.

Internationale Bekanntheit erlangte Werner für ihre Längsschnittstudie an 698 Kindern auf der Hawaiinsel Kauai. Die Studie zeigte, dass sich Kinder, die biologischen/medizinischen und sozialen Risikofaktoren (wie zum Beispiel Komplikationen bei der Geburt oder Armut) ausgesetzt sind, im Durchschnitt negativer entwickeln als Kinder, die keinen solchen Risikofaktoren ausgesetzt sind. Sie sind zum Beispiel häufiger delinquent, psychisch und körperlich weniger gesund und später beruflich weniger erfolgreich. Das meistbeachtete Ergebnis von Werners Studie jedoch war, dass es auch Kinder gab, die sich trotz zahlreicher Risikofaktoren dennoch positiv entwickeln. Das traf auf ungefähr ein Drittel dieser Kinder zu. Diese Kinder sind resilient. Der Grund für die Widerstandskraft lag im Wesentlichen darin, dass die Kinder über die ersten Jahre mindestens eine stabile, fürsorgliche Bezugsperson erlebten. Diese fest Bezugsperson war öfters keine Angehörige. Resilienz ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal eines Kindes. Resilienz entwickelt sich aus der Interaktion des Kindes mit seiner Umwelt – mit seinen Beziehungspersonen. (Quelle: Wikipedia & »Journeys from Childhood to Midlife – Risk, Resilience and Recovery« Emmy E. Werner & Ruth Smith Cornell University Papers)
target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Emmy_Werner_(Psychologin)


12) Der Züricher Psychoanalytiker Prof. Dr. Arno Grün beschreibt in seinem Vortrag »Konsequenzen des Gehorsams« Die Konsequenzen des Gehorsams für die Entwicklung von Identität und Kreativität (Quelle: Vortrag bei den 53. Lindauer Psychotherapiewochen am 12. April 2003)

»Der Ursprung des Gehorsams ist also in den Prozessen zu suchen, der das Eigene zum Fremden macht. Mit dem Gehorsam geben wir unsere eigenen Gefühle und Wahrnehmungen auf. Wird ein Mensch im Verlauf seiner Identitätsentwicklung einmal in diese Richtung gezwungen, verläuft seine Entwicklung nach Gesetzen, die völlig anders sind als die, die das heute gängige psychologische Denken vorgibt. Das Festklammern an der Autorität wird dann zu einem Lebensgrundsatz. Obwohl man sie hasst, identifiziert man sich mit ihr. Die Unterdrückung des Eigenen löst Hass und auch Aggressionen aus, die sich aber nicht gegen den Unterdrücker richten dürfen, sondern an andere Opfer weitergegeben werden. Typisch für diese Entwicklung ist immer, dass das eigene Opfersein verleugnet wird. Denn der eigene Schmerz und das eigene Leid waren ja einmal Bestandteil dessen, was uns wertlos machte. So wird Opfersein zur unbewussten Basis für das Tätersein. Gleichzeitig wird der Gehorsam zur gesellschaftlichen Institution, mit der diese Krankheit, von der wir alle zu einem gewissen Grad betroffen sind, die wir aber nicht als Krankheit erkennen, weitergegeben. Diese pathologische Treue ist nicht nur ein Kennzeichen der Deutschen. Sie ist überall da zu finden, wo Gehorsam Kinder dazu zwingt, sich selbst und ihr Erleben zu verleugnen.

Zwei Forschungsprojekte, die sich dem Thema der Autonomieentwicklung widmeten, haben gezeigt, dass die Weichen zum Menschlichsein oder zur Entfremdung schon früh gestellt werden. Helen Bluvol und Ann Roskam führten Studien (beide 1972) an einem amerikanischen Gymnasium durch. Sie untersuchten zwei Gruppen von Schülern - eine, die äußerst erfolgreich war, sich gehorsam den Ambitionen der Eltern anpasste, und eine andere, deren Leistungen zwar als genügend eingestuft werden konnte, die aber kein großes Interesse an Erfolg zeigten und keinem Druck zum Gehorsam, den Erwartungen der Eltern zu entsprechen, ausgesetzt waren. Die erste Gruppe zeichnete sich durch ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung aus. Diese Schüler reagierten mit Angst, wenn sie den Eindruck hatten, von gängigen Verhaltensnormen abzuweichen. Diese Gruppe war auch unfähig, die Eltern als eigenständige, differenzierte Menschen wahrzunehmen. Die Schüler neigten dazu, nicht nur die Eltern, sondern auch andere Autoritätspersonen wie ihre Lehrer zu idealisieren. Die Gruppe der wenig erfolgsorientierten Schüler dagegen beschreibt die Eltern als reale Persönlichkeiten mit guten und schlechten Seiten. Idealisierungen waren ihnen fremd.

Bluvol und Roskam fanden noch etwas heraus: Die erfolgsorientierten Schüler, die ihre Eltern idealisierten, hatten eine starke Tendenz, ihre Mitschüler zu Unterlegenen zu machen. Nur dann empfanden sie sich als "autonom". Hier sehen wir die Auswirkungen des Gehorsams. Die Gruppe, die sich im Hinblick auf Erfolg und allgemeines "Wohlverhalten" den allgemeinen Normen unterordnete und somit am stärksten im System elterlich autoritärer Erwartungen gefangen war, fühlte sich unabhängig - und zwar dann, wenn sie andere niedermachen konnte. Das heißt: Wir erleben das Gefühl von Freiheit und Autonomie, wenn wir das Fremde im andern - und damit in uns selbst - bestrafen.

So kommt es zu zwei problematischen Fehlentwicklungen. Erstens: Im Falle der gehorsamen Leistungsorientierten wird Ehrgeiz verknüpft mit dem Prozess der Entfremdung. Ehrgeiz als ein "mit sich selbst ringen" kann auch zum Transzendieren eigener Möglichkeiten führen. Wenn er jedoch auf die Bestätigung für gehorsames Verhalten abzielt, ist er ein Resultat der Entfremdung. Zweitens: "Autonomie" kehrt sich bei dieser Entwicklung in eine Perversion um und bringt eine Verzerrung der Gefühlslage mit sich. Einen andern zu beherrschen und runterzumachen vermittelt dabei ein Gefühl des Freiseins, weil es von der Last des eigenen Opferseins befreit.

Wenn wir zum Gehorsam erzogen werden, ist der Fremde in uns das eigentliche Opfer unseres Selbst. Dieses Selbst wird verzerrt durch den Gehorsam, der es unmöglich macht, die Wahrheit des ganzen Vorgangs zu erkennen. Gehorsam, könnte man sagen, dient nicht nur dazu, sich dem Unterdrücker unterzuordnen, sondern auch seine Taten zu verschleiern. Mit anderen Worten: Gehorsam untermauert Macht. Er macht es unmöglich, die angestaute Wut gegen jene zu richten, die für sie verantwortlich sind. Die Wut jedoch ist da, genauso wie der Hass auf das eigene Opfer, das man als fremd von sich weisen muss, um sich mit den Mächtigen zu arrangieren.«

»Die "Sprache des Herzens" ist unsere einzige Chance. Wer als Kind echte Zuwendung erfährt - und sei es unter ärmsten Verhältnissen -, verfügt später über die Stärke, auch seinen Mitmenschen und Kindern mit Empathie und Mitgefühl zu begegnen. Dann bleiben sie Menschen, die keine Angst davor haben, auf das zu hören, was ihr Herz ihnen sagt. Mit einer eigenen Identität als Kern der Persönlichkeit und nicht dem, was der englische Dichter Edward Young schon im 18. Jahrhundert befürchtete: Wir werden als Originale geboren, aber sterben als Kopien.«

Weiter sagt Arno Gruen, warum es so wichtig ist, zur eigenen Wahrheit zu finden: "Wird einem kleinem Menschen der Willen eines übermächtigen Erwachsenen aufgezwungen, macht er automatisch das Fremde zum Eigenen und wird sich dadurch fremd. Statt eine eigene Identität zu entwickeln oder sein Selbst zu entdecken, muss er Gefühle und Wahrnehmungen aufgeben, einfach aus panischer Angst davor, die Verbindung zu den Eltern zu verlieren. Wird ein Kind einmal in diese Richtung gezwungen, klammert es sich unter Umständen sein Leben lang an Autoritäten. Die Unterdrückung alles Eigenen löst Hass und Aggressionen aus, die sich nie gegen den Unterdrücker richten, sondern meistens andere Opfer suchen."

Arno Grün im Interview „Wahnsinn Normalität“
– Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit
– Vielfachen Mangel an Mitgefühl
– Wie können wir die Demokratie bewahren?

Hören Sie das Interview mit Arno Grün

Lesen Sie hier den gesamten Artikel/Vortrag
»Konsequenzen des Gehorsams« von Prof. Dr. Arno Gruen


13) Jean Liedloff stammt aus New York, hat das Drew Seminary for Young Women abgeschlossen und ging dann zur Cornell University, begann aber ihre Reisen, bevor sie einen Abschluß gemacht hatte. Nach fünf Expeditionen zu den Yequana-Indianern von Venezuela schrieb sie ihre Beobachtungen in dem mit großem Beifall aufgenommenen Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück.“ Danke für Ihre Arbeit Jean Liedloff. Jean Liedloff starb im März 2011.

In Ihrer Arbeit unterschied Jean Liedloff einerseits zwischen evolvierten Gesellschaften, die im Rahmen der natürlichen Evolution eine stetige, über einen langen Zeitraum fortlaufende Entwicklung erleben und in hohem Maße an die angeborenen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen angepasst sind, sowie andererseits zivilisierten Gesellschaften, die ohne Rücksicht auf das menschliche Continuum oder tradiertes Erfahrungswissen von jeder Generation immer neue und immer schnellere Anpassungsleistungen an technische und soziale Änderungen erwarten.

Liedloff beschrieb, dass in evolvierten Gesellschaften allen Kindern Menschen jeden Alters und beider Geschlechter als Vorbilder jederzeit zur Verfügung stehen. Demgegenüber seien die meisten Kinder in zivilisierten Gesellschaften auf eine einzelne Bezugsperson (üblicherweise die Mutter) sowie auf altershomogene Gruppen in Institutionen (Spielgruppe, Krippe, Kindergarten, Schule, Hort etc.) angewiesen. Der zwanglose, selbstverständliche Kontakt von Kindern zu Frauen, die vergnügt einer nicht-kindbezogenen Arbeit nachgehen (d. h. die weder als Erzieherin noch als Lehrerin arbeiten und auch das Mutter-Sein nicht als einzigen Beruf ausüben), zu Männern sowie zu anderen Altersgruppen (d. h. zu alten Menschen, Jugendlichen, wesentlich jüngeren oder älteren Kinder) sei in zivilisierten Gesellschaften unüblich. Diese Fülle bzw. dieser Mangel spiegle sich wider im Verhalten sowie der Gesundheit der Menschen (nicht nur der Kinder) in evolvierten bzw. zivilisierten Gesellschaften.

Wer übernimmt die Führung? Die unglückseligen Folgen, wenn sich alles ums Kind dreht ein Artikel von Jean Liedloff, übersetzt von: Claudia Freyer
Es hat den Anschein, dass viele Eltern von Kleinkindern, in ihrem Bemühen, weder nachlässig noch respektlos zu sein, in die scheinbar entgegen gesetzte Richtung übertreiben. Es dauerte eine Weile, bis mein "zivilisierter" Verstand die Bedeutung dessen, was ich beobachtete, vollständig erfasste. Ich hatte mehr als zwei Jahre damit verbracht, in den Urwäldern Südamerikas mit Steinzeit-Indianern zu leben. Kleine Jungen reisten mit uns, wenn wir ihre Väter als Führer und Begleitung in Anspruch nahmen, und wir lebten oft Tage oder Wochen in den Dörfern der Yequana-Indianer, wo Kinder den ganzen Tag unbeaufsichtigt von Erwachsenen oder Jugendlichen spielten. Erst nach der vierten Expedition wurde mir schlagartig bewusst, dass ich niemals einen Konflikt zwischen Kindern oder zwischen einem Kind und einem Erwachsenen gesehen hatte. Die Kinder prügelten sich nicht nur nicht untereinander, sie stritten nicht einmal. Sie gehorchten ihren Eltern unverzüglich und freudig und trugen oft Babies mit sich herum während sie spielten oder bei der Arbeit halfen...

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Die Konsequenzen von "Konsequenzen" von Teresa Pitman
»Trotz des Namens sind Konsequenzen in Wirklichkeit Bestrafungen. Der Elternteil versucht, das Kind zu zwingen zu tun was der Elternteil will, indem er es unangenehm macht, etwas anderes zu tun. Ich höre verärgerte Sozialarbeiter und Erzieher zu den Kindern, die sie betreuen, sagen: "Das wird Konsequenzen für dich haben, die du nie vergessen wirst!" Den Namen zu ändern, ändert nichts daran, was es ist, und Kinder wissen das. So zu tun, als ob die Konsequenzen des Kindes freier Wille sind - es hat die Bestrafung gewählt - ist unglaublich unehrlich«...

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14) Der britische Choreograf Royston Maldoom, 65, lehrt Kinder Tanz und Disziplin.
SPIEGEL: Herr Maldoom, Ihr Motto ist: "You can change your life in a dance class" - du kannst dein Leben in der Tanzstunde verändern. Welche Veränderungen haben Sie bei Ihren Schülern erlebt?
Maldoom: Mehr Selbstvertrauen, ein viel besseres Körpergefühl, weniger Ängste. Stellen Sie sich den Fall eines typischen Klassenaußenseiters vor: Bei mir tanzt so einer plötzlich ein Solo. Er steht zum ersten Mal im Mittelpunkt; die anderen fangen an, ihn zu bewundern. Oder die Zappelphilippe, die nervigen, lauten Kinder, die, die angeblich an Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden ...
Quelle: SPIEGEL online. Ein Interview von Annette Bruhns

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15) Lars Lindahl is a clinical psychologist trained in family therapy mostly by Walter Kempler. He started his research efforts in social psychology at the Univ. of Boulder, Co., USA and ended up at the Univ. of Uppsala, Sweden compiling his dissertation (1976) on changes in group therapy. Professional supervision, a clinical practice and organizational consultations have kept him busy.

REMINDERS represents the author's chief emerging realizations by systematically viewing problems and help within an experiential family therapeutic perspective. Ample considerations on behavior deemed problematic are imparted as well as the allegedly desired qualities, skills and knowledge of the presumptive helper. Young people ought never to be diagnosed with the traditional psychopathological labels. Exhaustive descriptions will do, even though the youngster is exacting to live with. Descriptive statement by necessity will invole the context, and this is only rightfully so since context always holds a heavy hand in the present becoming and development of the young person. Descriptive statements will be of a more decisive diagnostic value.

Tagging is frequently uncalled for. It represents a step of empowerment of the diagnostician, the emperor's new clothes in incessant remaking. Helpers far too often avoid contextual involvement and make assumptions, generalizations and conceptualizations by extracting restricted aspects of the reality they ought to address. The price tag for this sorry state of affairs must exclusively be attached to the client. The aspiration of REMINDERS is mostly to emphatically reinstate the experiential voice of the individual, and to remind helpers that the territory they enter is love's striving and hopeful manifestations. This is an area in which experts are conspicuous by their abscence. The presence and intervention of helpers have a definite but restricted applicability and say. Helper enactment capacity at experiential negotiation is the byword. In the wake of good enough personal encounter asymptomatic and growth-inducing relatedness becomes feasible.
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16) Aktuelle Erziehungsratgeber – Populismus oder wissenschaftlich belegbar? Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, 2009/2010 von Maren Hildenbrand

"Die meisten dieser Erziehungsratgeber erwecken den Eindruck, als sei eine Vielzahl der Eltern und Lehrer von Natur aus völlig inkompetent im Umgang mit Kindern. Folglich stellt sich die Frage: Wer hat denn Recht? Wie sollen wir unsere Kinder denn nun erziehen? Um diese Frage zu klären möchte ich aktuelle, sehr erfolgreiche Ratgeber zweier Autoren genauer untersuchen. Zum einen handelt es sich dabei um den eben genannten Michael Winterhoff mit seinen beiden Büchern „Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden. Oder: Die Abschaffung der Kindheit“ und „Tyrannen müssen nicht sein. Warum Erziehung alleine nicht ausreicht. Auswege“, zum anderen um die beiden Werke „Dein kompetentes Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertegrundlage für die ganze Familie“ und „Die kompetente Familie – Neue Wege in der Erziehung. Das familylab Buch“ des dänischen Familienexperten Jesper Juul.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll dabei auf der wissenschaftlichen Belegbarkeit der Thesen liegen. Da es sich bei dem einen um einen Kinderpsychiater und bei dem anderen um einen Familientherapeuten handelt, stellt sich die Frage, inwiefern sich die Aussagen aus wissenschaftlicher Sicht überhaupt belegen oder gar widerlegen lassen. Um also die Frage zu klären, ob die Thesen rein aus der Berufserfahrung der beiden Männer entspringen und reiner Populismus sind oder tatsächlich auf wissenschaftlicher Belegbarkeit fundieren, werde ich mit Hilfe aktueller Studien und verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen die Aussagen auf ihre Korrektheit hin genauer untersuchen."

Die gesamte wissenschaftliche Hausarbeit lesen als PDF


17) Methoden für Eltern? – Warum und warum nicht. Text von Jesper Juul
Die Kunst der Elternschaft war schon immer schwierig und manchmal emotional erschütternd. Vor 60 Jahren, als ich geboren wurde, hatten Eltern im Außen eine wichtige Quelle der Unterstützung – d.h. einen kohärenten, moralischen Konsens in der Gesellschaft. Es gab allgemeine und akzeptierte “Methoden” – alle nicht erfolgreich hinsichtlich der psychischen Gesundheit – allerdings höchst erfolgreich darin, die meisten Kinder ruhig zu stellen und gehorsam zu machen, und somit den Anforderungen der industrialisierten Gesellschaft gerecht zu werden, die gehorsame, unterwürfige Arbeiter benötigte. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Bedingungen für Eltern radikaler verändert als je zuvor in unserer Geschichte…

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18) familylab - Positionen: Im Rahmen von Seminaren begleitet »familylab« Eltern – LehrerInnen – Mitarbeiter in Unternehmen mit dem Ziel:

  • die Beziehungen und persönlichen Gefühle aller Gruppenmitglieder zueinander in den Mittelpunkt der Verhaltensentscheidungen zu stellen,

  • einen aktiv-konstruktiven Umgang mit Konflikten zu pflegen, z.B. Eltern/Lehrer als Sparringspartner!

  • verständigungsorientierte Dialoge zu führen sowie

  • die Führungsfunktion der Erwachsenen sicherzustellen, z. B. Eltern/Lehrer wie Leuchttürme!

Durch den Zugang über persönliche Beziehungen, Gefühle und Konflikte unterscheidet sich »familylab« von den herkömmlichen Ansätzen der Elternausbildung und Familientherapie, die meist auf Problemanalysen in professioneller Therapeutensprache und anschließendem Einüben standardisierter Methoden oder Verhaltensweisen beruhen.
Da sich heute die grundlegenden gesellschaftlichen Werte, Rollen und Regeln geändert haben, können sich Eltern auch nicht mehr an den Werten, Rollenmodellen und gesellschaftlichen Erziehungsregeln vorhergehender Generationen orientieren, sondern müssen völlig neue, eigene Maßstäbe und Verhaltensweisen für die jeweilige Situation und Lebensphase entwickeln. Dafür haben sie bislang in keinem Lebensbereich Vorbilder zur Orientierung. Auf der Basis allgemein-menschlicher Grundwerte bietet »familylab« Elternberatung zur persönlichen Inspiration und Reflexion bei individuellen Problemen an.

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19) Die implizite und explizite Theorie Jesper Juul's, ein Beitrag von GERHARD A. SCHWARTZ Dipl.-Soziologe / Gestalttherapeut (DVG)
Jesper Juul ist ein überzeugender Pädagoge und Familientherapeut, der aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung schöpft und es liebt, seine Sichtweise an unzähligen, beeindruckenden Beispielen zu demonstrieren. Diese Beispiele bilden das Herz seiner vielen Bücher. Trotz seiner Abneigung gegen pädagogische Theorien beschreibt er zusammen mit Helle Jensen die Grundprinzipien seiner „Pädagogik“ in „Vom Gehorsam zur Verantwortung“ in systematisierender Art und Weise.

Dass seine Skepsis gegenüber den gängigen, pädagogischen Theorien berechtigt ist, zeigt sein überproportionaler Erfolg „OHNE Theorie und Methode“ in der Arbeit mit Eltern und Pädagogen auf der Basis seiner praktischen Erfahrungen.
Eine FALSCHE, unangemessene Theoretisierung könnte tatsächlich die pragmatische Lebendigkeit seiner vielfältigen Orientierung im konkreten Einzelfall ersticken.

WOZU ALSO THEORIE?

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20) Jesper Juul und familylab – ein Impuls für die Elternbildung? Bachelorthesis vorgelegt von Matthias de Bánffy an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, Studiengang Soziale Arbeit BA
Die vorliegende Abschlussarbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander ob der Ansatz von Jesper Juul und familylab – ein Impuls für die Elternbildung sein kann. Der Autor der Thesis Matthias Bánffy wurde für seine Arbeit mit dem Bachelorpreis der Caritasstiftung Hamburg – Menschen in Not ausgezeichnet (2. Platz).

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21) „Underachievement als Herausforderung für eine inklusiv ausgerichtete Schulpolitik" Hausarbeit von Frau Sabine Oymanns, familylab Seminarleiterin, Bildungswissenschaftlerin, im Master-Studiengang Bildung und Medien
In der vorliegenden Arbeit lautet die Fragestellung wie Inklusion beitragen kann der Förderung von Hochbegabten und „minderleistenden“ Kinder gerecht werden kann, wenn diese nicht mehr als „sonderpädagogischer“ Bedarf, analog zu den körperlich und geistig Behinderten, dargestellt werden. Die Umsetzung der Inklusion dient nicht allein der Integration der Behinderten, sondern auch bei den (potenziell) leistungsstarken Schülern wird hier die Auflösung konstruierter Grenzlinien ermöglicht.
Paradigmenwechsel am Beispiel: Von der Unterweisung zum Unterricht. Zitat: „Die Ablehnung, die der Inklusion von dieser Seite entgegengebracht wird, lässt sich mit Heller (2012) aufzeigen. Er spricht von der „Einheitsschule“, in der nur das Mittelfeld gefördert würde, da der personelle und organisatorische Aufwand zur adäquaten Begleitung des „oberen und unteren Leistungsviertels“ in der Realität kaum zu leisten sei.“
Die Arbeit von Sabine Oymanns im Master-Studiengang Bildung und Medien wurde mit sehr gut bewertet.

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22) Evaluation & Qualitätssicherung bei familylab.de – Warum so und nicht anders? Text von Mathias Voelchert_Leiter familylab.de
Wir halten viel von Eigenevaluation, wenig von Fremdevaluation. Warum? Weil, wie jeder weiß, es sehr viel Möglichkeiten gibt eine Beurteilung, die zum eigenen Schaden gereichen könnte, zu schönen, zu verändern, gar zu verhindern. Hingegen kann die eigene Evaluation sehr hilfreich sein und einen echten, persönlichen Entwicklungsschritt befördern.

Es gibt nach meiner Einschätzung zwei Möglichkeiten der Qualitätssicherung. Die eine ist: Möglichst alle Abläufe und Prozesse zu standardisieren, damit sie hinterher kontrolliert und beurteilt werden können. Gerade in Beziehungen von Familien, in Beziehungen innerhalb von Schulen, Organisationen und Unternehmen ist der Versuch nach Standardisierung der sichere Weg die Beziehungsebene, oder Prozessebene zu schwächen, zu neutralisieren, ja zu kastrieren. Beurteilung und Kontrolle sind zudem untaugliche Mittel, um die Beziehungen von Menschen zu verbessern. Kontrolle ist hervorragend geeignet, um Gegenstände/ Produktionsabläufe zu verbessern. Menschen hassen schlechte Bewertungen und brauchen einen starken Selbstwert, um darüber hinwegzukommen und daraus schlussendlich Kraft für sich selbst ziehen zu können. Unqualifizierte Beurteilung und Kontrolle zur Machtausübung sind jedoch genau die Mittel, um den Selbstwert zu schwächen, ja zu ruinieren.

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24) Bachelor-Thesis von Kerstin Guzmán an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg zur Arbeit von Jesper Juul über Erziehung „Was Kinder brauchen“
Jesper Juul über Erziehung „Was Kinder brauchen“ - um ihre Potentiale zu entfalten und sich zu eigenständigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln. Eine wissenschaftliche Einordnung der theoretischen Ansätze und Aussagen von Jesper Juul, mehr im PDF anbei mit freundlicher Genehmigung von Frau Kerstin Guzmán.

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25) Beziehungskompetenz von Ueli Niederberger, 2014.
"Es ist kein Geheimnis, das gute nahe Beziehungen über eine enorme Kraft verfügen. Es ist diese Art von Beziehungen, die uns glücklich und gesund macht. Stärkende, inspirierende, bereichernde und haltgebende Beziehungen mit guten Freunden, Partnern und Kindern gehören zu den absolut wichtigsten Voraussetzungen für ein glückliches und gesundes Leben Die schwierigen Seiten des Lebens können oft nur dann auf eine positive Art und Weise bewältigt werden, wenn wir uns in guten Jahren Beziehungen aufgehoben fühlen und die schönen Seiten des Lebens kommen erst dann zu ihrer vollen Blüte, wenn sie mit Namen und uns verbundenen Menschen geteilt werden können.“

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25) Habitus und Inklusion – Betrachtung von Barrieren und Chancen
von Sabine Oymanns, Masterstudiengang Soziologie, familylab-Trainerin
„Wenn das Individuum darüber nachdenken würde, wer und was es ist und wie es sich darstellt, könnte es leicht das bange Gefühl beschleichen, dass nichts so fest und so wahr ist, wie es das gerne sich und anderen glauben möchte!“ (Abels 2006)

Habitus und Inklusion – Betrachtung von Barrieren und Chancen, Bildungssoziologische Perspektive der Inklusion als Herausforderung der Lehr(er)Körper, Hausarbeit im Masterstudiengang Soziologie, Individualisierung und Sozialstruktur, FernUniversität in Hagen:

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Lehrkräfte - Berufliche Identität im Prozess des Wandels - Wege zu einer inklusiven Identität, Hausarbeit im Masterstudiengang Soziologie, Individualisierung und Sozialstruktur, FernUniversität in Hagen:

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26) Wie Aggression, Gewalt und potenzieller Radikalisierung in Kindergärten und Schulen vorgebeugt werden kann - eine kurze Anleitung für Fachleute. © Jesper Juul, Familylab International. Übersetzt von Julia Kratz, Berlin 2. Mai 2016
Zusammenfassung:
Diese Anleitung beschreibt, wie und warum wir einen höheren Grad an Gewalt und Aggression in Kindergärten und Schulen erwarten können, die aus der ablehnenden europäischen Haltung gegenüber den Flüchtlingen resultiert, und wie wir mit dieser Situation als Lehrer und Eltern umgehen können. Der Text illustriert die unterschiedlichen und doch identischen Quellen von Aggression bei europäischen und geflüchteten Kindern und Jugendlichen, und die Notwendigkeit neuer pädagogischer Ansätze. Mit dem Begriff “Prävention”, den ich hier benutze meine ich Primärprävention. Da es über den Zusammenhang zwischen politischen und kulturellen Haltungen gegenüber Migranten und Flüchtlingen und dem Auftreten von Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen keinerlei Forschungsergebnisse gibt, sind die in Folge beschriebenen Ansprüche und Vorhersagen nicht evidenzbasiert, sondern erfahrungsbasiert.

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